Was passiert beim Shiatsu?

Mir ist gesagt worden, dass ich zu wenig über meine tägliche praktische Arbeit schreibe, da meine Homepage viel über die Shiatsu-Forschung zeigt. Daher ist dieser Beitrag meinem täglichen Tun gewidmet, das mir die größte Freude im Beruf ist. Was passiert also beim Shiatsu bei Kristina? Für jede/n Klienten/in habe ich stets eine Stunde reserviert, worin 50 Minuten die eigentliche praktische Shiatsu-Sitzung sind. Davor findet ein kurzes Gespräch statt, wo ich frage, welche Befindlichkeitsstörungen den/die Klient/in zu mir führen. Diese Befindlichkeitsstörungen werden zusammen mit meinem ganzheitlichen Zugang basierend auf dem Ansatz der Traditionellen Chinesischen Medizin während der Sitzung in den Fokus gestellt. Hierbei geht es u.a. um das Meridian- und Punktesystem, mit dem zum Beispiel auch die Akupunktur arbeitet. Natürlich handelt es sich hierin um keine ärztliche Behandlung oder einer solchen, die eine ersetzen könnte. Auch müssen Beschwerden vorher mit einem Arzt oder Ärztin abgeklärt werden.

Nach dem Gespräch fängt dann auch schon die Sitzung an, in der Verspannungen des Bewegungsapparates von mir sehr genau gelöst werden, was zu einer besseren Durchblutung führen kann und somit die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützt. Mit Hara Shiatsu wende ich eine Variante des Shiatsu an, das der berühmten Intensität von Shiatsu-Sitzungen in Japan ähnelt und dadurch auch sehr effektiv sein kann. Daher benenne ich es auch „Japanische Tiefendruckmassage“. In einer Sitzung arbeite ich am ganzen Körper, da konkrete Themen oft mit dem Gesamten im Zusammenhang sind.

Aber mit welchen Themen kann man zu mir kommen? Mit Verspannungen des Bewegungsapparates in jedem Fall. Diese können sich im Alltag sogar sehr schmerzhaft äußern. Löst man diese, kann man Folgeproblemen, die sich über Jahre hinweg langsam aufbauen können, gut vorbeugen. Hierbei bespreche ich mit jede/r Klient/in gerne im Detail, wie man diese überhaupt grundsätzlich vermeiden kann und welche Übungen oder Aufgaben zuhause gut weiterhelfen. Verspannungen lösen sich nicht immer mit einer Sitzung nachhaltig, sondern benötigen Wiederholung, Geduld und Wissen woher sie kommen. Bei manchen geht es schnell, bei anderen dauert es etwas. Manchmal sind weitere Beschwerden wie etwa Kopfschmerzen, emotionale Verstimmungen, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, ja sogar aufbrausendes Verhalten, Folgen von Verspannungen. Ist ärztlich abgeklärt, dass keine grundlegend andere Ursachen diesen Themen zugrunde liegen, begleite ich gerne darin, durch ein neues Körpergefühl aus diesen Befindlichkeitstörungen heraus zu finden. Wer meine Webseite durchforstet, wird sehen, dass sich fallweise auch Bluthochdruck aufgrund einer verbesserten Gesamtdurchblutung reduzieren kann. Ähnliches konnten wir bei Tinnitus beobachten. Doch sind diese Bereiche noch nicht ausreichend durchforscht, um dies generell so zu beschreiben.

Alle, die gerne die Sichtweise der alten Chinesen zu den spezifischen Themen wissen wollen, bekommen von mir ebenso eine sehr genaue Auskunft. Westliche Anatomie und östliche Sichtweise sind mir gut bekannt und gerne schlage ich dazu die Brücken zwischen den beiden, ohne sie zu vermengen. Die Chinesen sehen hier den Menschen gerne als Ganzes. Das betrifft Geist, Körper und Seele. Und noch viel mehr: Umraum, Zwischenmenschliches, Ernährung, Alltag, etc. …. Mit diesem gesamtheitlichen Ansatz, lassen sich Angewohnheiten, die zu den Befindlichkeitsstörungen führten, leichter entdecken, aber auch die Strategien zur Lösung dieser Ursachenkette individuell ergründen, wodurch der Weg zu einem guten Körpergefühl leichter geebnet wird. Jede/r Klient/in ist einzigartig. In jedem Thema, auch wenn es sehr belastend wirkt, steckt Stärke und ein Geschenk aus der Erfahrung des Lebens. Finden wir gemeinsam den Weg zurück zu mehr Vitalität….. und Freude!

 Fotos: Herbert Pfeifer als Klient, Veronika Pfeifer (7 Jahre) und Silvia Pfeifer (5 Jahre) als enthusiastische Fotografinnen. Kristina Pfeifer als Praktikerin.
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Pilotstudie Shiatsu & Bluthochdruck

Nun ist es soweit! Der Film zu unserer Pilotstudie zu Bluthochdruck ist veröffentlicht. Alle wichtigen Fakten und Daten zu den Ergebnissen der Pilotstudie sind in diesem Film enthalten. Wir konnten dank 19 TeilnehmerInnen demonstrieren, dass sich der Bluthochdruck über eine Reihe von 10 Shiatsu Sitzungen in Wochenabständen mit einem hoch signifikantem Resultat deutlich senken kann. Diese Pilotstudie ist die Basis für die Entwicklung weiterer Studien mit Kontrollgruppen. Die Studie wurde von der International Academy for Hara Shiatsu ins Leben gerufen und von Mag. Silvia Eberl-Kadlec geleitet.  Praktikerinnen waren: Susanna Benedikt, Nadine Fuchs, Maria Dhanoa, Sabine Dorn, Petra Kalcher, Ingrid Lienhart, Lisa Mair , Monika Sperber und ich, Kristina Pfeifer.

Herzlichen Dank an die lieben KollegInnen und an alle TeilnehmerInnen für diese 2 tollen Jahre mit der Pilotstudie!

 

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Dolmetschen am European Shiatsu Congress

Bildquelle: Mia Carol Hether 2017; Kristina mit Wilfried Rappenecker

Als Kind träumte ich davon, bilingual zu sein. Aber das ging leider nicht. Mit 4 Jahren lernte ich von einer Australierin das Wort “supper”. Damals wußte ich noch nicht, dass ich in Zukunft dieses Wort kaum verwenden werde, denn es ist vor allem in Australien in Gebrauch. Trotzdem bekomme ich gleich Hunger, wenn ich daran denke. Das zweite englische Wort lernte ich mit 6 Jahren und es war “Orange Juice”. Das dritte “National Geographic”. Dieses sehr schwere Wort übte ich sehr oft. Heute merke ich, wie es ganz anders bei mir klingt, als das restliche Englisch, das ich erst mit 13 Jahren lernte. Seither übe ich Englisch als Hobby. Mein Traum ist es, es eines Tages fast bilingual zu können. Aber noch bin ich davon weit entfernt. Laut Neurowissenschaften ist das physisch gesehen auch nicht wirklich möglich. Umso mehr reizt es mich, das auszuprobieren. Daher war ich sehr begeistert, gefragt worden zu sein, ob ich für den European Shiatsu Congress dolmetschen würde. Erst dachte ich, als ich so die dolmetschenden KollegInnen beobachtete, dass mich mein Gedächtnis total verlassen würde. Zum Glück hatte ich die große Chance, die ShiatsupraktikerInnen Bill Palmer und Teresa Hadland als Erstes von Englisch auf Deutsch zu übersetzen.

Nachdem die beiden sehr authentisch handeln, ging es überraschenderweise ganz leicht! Wenn man es mystischer verpacken wollen würde, könnte man es wie “Channeln” nennen. Locker lassen, sich mit in die Rolle einleben und dann sprechen lassen. 2,5 Stunden totale Aktion! Super! TeilnehmerInnen gratulierten mir begeistert zu der angenehmen Übersetzung. Vielleicht war es für manche nicht passend, aber das weiß ich nicht, weil sie das mir wohl nicht so schnell sagen würden. Es kamen weitere Übersetzungen und bei Wilfried Rappenecker, -ein wundervoller Experte in Shiatsu, dessen Bücher zu meinen Favoriten zählen,- konnte ich mich von Deutsch auf Englisch probieren. Wilfried Rappenecker kann selber großartiges Englisch, doch für den Kongress wollte man diesen Job von den ReferentInnen zwecks Erleichtertung ablösen. Auch hier war ich begeistert, wie ich die englische Seele in mir sprechen lassen konnte, obgleich sie natürlich doch eine etwas höhere Barriere überwinden muss und manchmal holpert. Mia Carol Hether, eine großartige Shiatsukollegin und liebe Freundin, schoss mir vom Workshop mit Wilfried gleich ein paar Fotos. Zum Glück! Denn nun gibt es sie hier zu sehen!

Bildquelle: Mia Carol Hether 2017

Das Interessante am Dolmetschen ist, dass es anscheinend im Kopf eine weitere Schranke überwindet und ein besonderes Training ist. Das ist nun keine fundierte Aussage, sondern meine Beschreibung des Gefühls das ich hatte, als ich ins “kalte Dolmetschwasser” quasi sprang. Ein weiterer Schritt für den bilingualen Traum. Wer weiß?

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Europäischer Shiatsu Kongress

Bildquelle: European Shiatsu Congress

In Wien findet ein großes Event statt, das von Shiatsu Klienten und Klientinnen natürlich kaum wahrgenommen wird, denn es ist ausschließlich ein Treffen unter Shiatsu Praktiker und Praktikerinnen auf europäischer Ebene. Doch die Folgen dieser großen Zusammenkunft von 500 erfahrenen Personen werden hoffentlich im wohltuendsten Sinne zu spüren sein, wenn dann der/die PraktikerIn des Vertrauens plötzlich neue Shiatsu-Griffe, Positionen, Linderungsmethoden und praktische Heimtipps kennt.

Ich selbst bin in einem Aspekt der Vorbereitungen zu diesem Kongress schon lange involviert, worin ich auch viel Zeit investiere. Zusammen mit etlichen KollegInnen und insbesondere mit Mag. Silvia Eberl-Kadlec und Mag. Monika Sperber arbeite ich nun seit 2 Jahren an der Pilotstudie zu Bluthochdruck und Shiatsu. In diesem Kongress werden wir die Studie präsentieren. Wir werden erklären, dass wir auf Basis der Daten von 19 TeilnehmerInnen der Studie demonstrieren können, dass Shiatsu das Potenzial hat, den Bluthochdruck signifikant zu reduzieren, wenn 8 bis 10 Shiatsu-Behandlungen im wöchentlichen Abstand erfolgen. Dies alles wurde von Ärzten während der Studie kontrolliert und beurteilt. Und die Resultate wurden statistisch professionell verarbeitet.

In Kürze wird hier und an der International Academy for Hara Shiatsu der dazugehörige Film veröffentlicht. Die Studie selbst wird wenige Monate später in Deutsch und Englisch komplett erhältlich sein.

Bildquelle: Ben White, unsplash.com

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Ordnung und Chaos


Bildquelle: Toa Heftiba, unsplash.com

Und, wie sieht es bei Ihnen zuhause aus? Ordentlich? Gut! Sie ersparen sich viel unnötige Arbeit! Unordentlich? Gut! Sie nehmen nicht alles so genau! Zwei Seiten, zwei Vorteile. Alles hat sein Gutes und sein Schl…. . Nein, schlecht ist es nicht. Es ist nur eine andere Seite. Eine andere Seite der Geschichte. In diesem Text widme ich mich all jenen, die zuhause Chaos haben und denen es entweder egal ist oder sie bereits auch schon etwas darunter leiden. Und wie ist das Leben sonst noch? Turbulent? Spannend? Vielseitig? Sicherlich!

Das Chaos zuhause spiegelt oft das wider, was im Kopf so herumstürmt. Je mehr Chaos, desto mehr Sturm. Das können tolle Gedanken sein, beunruhigende Gedanken oder schlicht ein Durcheinander. Eines ist klar: Ruhig im Kopf ist es nicht. Und Ruhe, das wäre schon mal fein.

Wenn es im Kopf stürmt, dann empfiehlt die TCM gerne, eine lange Bergtour zu machen. Aber Berge stehen halt nicht überall gleich zur Verfügung. Natürlich hat die TCM auch andere Tipps: Man kann meditieren, Atemübungen machen, Yoga, Tai Chi…..ahja auch Shiatsu…..ist ja klar! Und man kann, erschreckenderweise, schlicht und einfach: Aufräumen.

Wie schrecklich! Aufräumen! Das ist langweilige Arbeit und es dauert. Dabei hat man ja so viel anderes zu tun! Terry Pratchett hat in einer Buchreihe die Hexe Tiffany Aching ins Leben gerufen. Das Buch ist Fiktion, aber irgendwie hat der Autor kleine alte Weisheiten des Lebens in die Geschichte eingeflochten. So beginnt plötzlich die Hexe Tiffany Aching mitten in der schärfsten Krise, die sie sonst mit Scheibenwelt-Medizin und Strategie bewältigt, zum Putzen an. Sie putzt und nutzt dies als Meditation. Sie konzentriert sich nur auf das was sie tut. Je eintöniger, desto besser. Sie ist im Hier und Jetzt. Je mehr sie ordnet, desto mehr ordnet sich ihr Kopf. Je mehr sie wegputzt, desto leichter wird es in ihrem Geist. Und das macht sie ruhig, Schritt für Schritt, ohne einem Ziel entgegen zu eilen. Es geht um den Weg. Als sie dann wirklich fertig ist, und das ist Stunden später, hat sie die gesamte Situation im Überblick und weiß, was zu tun ist. Zaubern muss sie dann nicht mehr. Sie hat so viel Durchblick, dass es auch ohne Zauber geht.

Die lustige Geschichte von Terry Pratchett ist erfunden, aber sie funktioniert tatsächlich. Ich probierte es selber aus. Natürlich, eine Shiatsu Praktikerin ist immer perfekt und hat ein ordentliches Haus. Was denken Sie? Naja, darum ist ja auch meine Praxis nicht zuhause. Denn das könnte zu Schockeffekten bei den KlientInnen führen. Mittlerweile bin ich schon weitaus besser im Ordnung halten, aber früher war ich schon stolz, wenn der Boden frei war.  Und da kam eine Feng Shui Beraterin zu mir und sprach: Wie sieht dein Abstellraum aus? Mein Abstellraum? Ich werfe alles hinein und mache zu. Wenn die Tür zu geht, bin ich stolz auf mich. Sie: Das habe ich mir gedacht! Und Du sagst, Du bist oft sehr verwirrt und hast viel im Kopf? Ich: Ja! Sie: Dann räume die Abstellkammer auf und berichte mir. Ich: Das dauert zu lange, ich muss noch…. Sie: Das macht nichts, das wirst Du alles viel schneller schaffen als früher. Mache es einfach!

Sie hatte recht. Die Medizin wirkte sofort.

Seither räume ich zusammen. Nicht, weil ich aufräumen “muss”. Ich mache das bewusst als geistige Übung. Und lasse es auf mich wirken.

Der Sturm wird ruhig …

 

 

Übrigens: Man muss nicht gleich ALLES putzen. Es reicht, wenn man sich auf einen kleinen Bereich konzentriert. Und am nächsten Tag auf einen weiteren. Und einen weiteren ….

 

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Depressionsschübe selbst lindern

Bildquelle: Jaclyn Clark, unsplash.com

Depressionsschübe? Vorsicht. Wenn sie öfters auftauchen, sollte man den Arzt seines Vertrauens aufsuchen. Auch in weiterer Folge einen Psychotherapeuten, damit das wieder besser wird. Denn Depressionen sollten nicht zu lange die Regel sein und je früher man dem Problem begegnet, desto besser lässt es sich behandeln. Falls man nun schon bei Arzt und Psychotherapeut ist und dann doch zuhause diese dunklen Depressionsschübe wieder stattfinden, könnte es für manche Betroffene mittels der TCM und einfacher Shiatsumethoden die Möglichkeit geben, sich selbst zu helfen. Das folgende “Rezept” dazu wird wohl nicht für alle klappen, aber ich hatte damit schon gute Erfahrungen und wenn es mal losgeht, ist es einen Versuch wert. Denn wenn es klappt, dann klappt es sehr schnell. 

Also, gewisse Depressionsschübe spüren sich wie ein dunkles Fieber an, das aber nicht heiß wird. Es kommt über einen und durchfährt Glieder und Beine. Es kann ein brennendes Gefühl hinzukommen, muss aber nicht. Die Traurigkeit, die da entsteht, ist bei weitem mehr als Traurigkeit. Es ist unbeschreiblich, unlogisch, grundlos und nicht kontrollierbar. 

Aus der Sicht der TCM und nach meiner Erfahrung lässt sich folgendes beschreiben: Von den Meridianen her hat Depression keinen konkreten lokalen Anfang. Es ist vielmehr ein plötzlicher Stillstand des Flusses der Säfte im Körper. (Natürlich kein kompletter Stillstand, denn man lebt ja noch.) Wenn alles plötzlich still steht, an wen wird das wohl liegen? Kandidat A: der Lebermeridian. Die Leber speichert das Blut. Sie entscheidet, wieviel Blut sie aufnimmt und wieviel sie im Moment weitergibt. Sie reguliert die Flussintensität des Blutes quasi. So sieht das die TCM. Bitte dies nicht mit der Allgemeinmedizin vergleichen, denn diese Beschreibung ist figürlich gemeint. Aber an dem Lebermeridian alleine liegt es nicht. Wer ist der Dirigent in diesem Gebinde? Das Herz! Kandidat B also: der Herzmeridian. Das Herz gibt den Takt für den Blutfluss vor. Es ist der oberste Entscheidungsträger in diesem Gefüge. Bei der Depression entschließt sich dieser Kaiser plötzlich, sich zurückzuziehen. Er will irgendwie nicht. Auch das ist nur figürlich gemeint, denn das echte Herz arbeitet natürlich brav und fleißig weiter. Alles ist eigentlich ok. Es soll nur diese Depression weggehen. 

Also Schritt 1 für Kandidat A: 

Bringe Deine Leber wieder in Fluss! 

Bildquelle: Kristina Pfeifer, 2017

Weil Depressionsschübe meist in Abwesenheit eines Shiatsupraktikers stattfinden (so ein Käse), muss man die Leber selbst in den Fluss bekommen. Wie im Foto dargestellt, setzt man sich so hin, dass eine Innenseite des Oberschenkels vor einem liegt. Man fängt mit dem linken Bein an, denn dieses ist meist das weichere. Nun setzt man den Ellbogen an der Innenseite des Oberschenkels an und lässt sich mit seinem Körpergewicht zwischen die Vielzahl an Muskelpartien in diesem Bereich sinken. Das kann wehtun, denn dabei werden verklebte Faszien voneinander gelöst. Man beginnt in der Leistengegend und arbeitet sich schrittweise zum Knie vor. Bitte nicht aktiv drücken mit Gewalt, sondern nur das Gewicht von Arm und Gegendruckarm (siehe meine Haltung im Bild) wirken lassen. Das gleiche macht man mit dem rechten Bein. 

Somit arbeitet man den Lebermeridian im Oberschenkel ab. Im Laufe des Tuns und kurz danach merkt man gleich, dass der Kopf klarer wird. Du kannst also gleich bei Dir beobachten, ob es funktioniert. 

Je schwerer die Depressionen sind, desto eher benötigt man für den Lebermeridian vielleicht noch einen Durchgang, also eine Wiederholung. Versuche dabei, die Muskel am inneren Oberschenkel mit Gefühl und ohne Gewalt voneinander zu befreien. 

Nun geht es einem schon eine Spur besser, aber das alleine kann die Depression noch nicht komplett abwehren. Als nächsten Schritt wollen wir sicherstellen, dass die Verbesserung nachhaltig wirkt und dass der Kaiser, das Herz, seine eigene Stimmung besser kontrollieren kann, also Schritt 2 für Kandidat B: 

Das Herz wird wieder geschmeidig und souverän!

Bildquelle: Drew Hays, unsplash.com, modifiziert

Hierfür werden die Akupressurpunkte Herz 7, Herz 8 und Herz 9 aktiviert. Am besten, man wendet bei allen drei Punkten Moxibustion an. Mit rauchfreien Moxastangen kann man das gut zuhause machen. Aber wenn man diese nicht zur Hand hat, dann hilft Massage dieser Punkte ebenso. Nach der Massage kann man auch versuchen, diese Bereiche gut zu wärmen. In der Abbildung sind die 3 Punkte angeführt. Herz 7 liegt genau im Bereich eines Sehnenansatzes. Diesen Bereich gut drücken, sodass sie Sehne wieder biegsamer wirkt. Herz 8 liegt im Innenbereich des Handflächenknochens beim kleinen Finger. Hier muss man recht pressen, bis man einen leichten Schmerz spürt, der auch simuliert. Und schließlich die Spitze des kleinen Fingers seitlich mit gutem Druck zusammenpressen, denn da stimuliert man Herz 9. Für jeden Punkt kann man sich ca. 2 Minuten Zeit nehmen. 

Manche Betroffene spürten schon längst einen eigenen Schmerz in den Zonen nahe von Herz 7 und Herz 8. Es kann passieren, dass die verantwortlichen Meridiane tatsächlich von alleine schmerzen und meist so auf eine Inbalance schon hinweisen. Genau das sind dann auch relevante Behandlungszonen. 

Herz 7 und Herz 8 sind in der TCM konkret Depressionen zugeordnet. Macht man zum Beispiel Herz 7 wieder geschmeidig und warm, so kann das Herz wieder besser auf Situationen reagieren und sich figürlich öffnen oder auch schließen. 

Wie ist es danach?

Bildquelle: Chris Brignola, unsplash.com

Hat es funktioniert? Oder nicht? Wie fühlte es sich nachher an? Bitte poste Deine Eindrücke hier. Bisher erfuhr ich, dass nachher Klarheit entsteht und die Depression einer gesunden und sehr leichten Traurigkeit weicht, welche dann aber auch allmählich verfliegt. Bei schweren Schüben wurde danach Müdigkeit berichtet, die in einen heilsamen Schlaf überging. Der Druck der Depression verschwand zudem. Bei ganz schweren Schüben musste das Ganze wiederholt werden und das half dann nur bedingt für 10 Minuten, danach wurde man aber streitbarer und selbstbewusster. Hier verschwand wenigstens die Hilflosigkeit. 

Dies hier ist nur ein einfaches Rezept anonymer Form. Die TCM sieht gerne den Menschen als Ganzes. Es gibt dabei keine allgemeine Rezepte. Daher, für jeden muss das Behandlungsmuster individuell aufgestellt werden. Trotzdem sind kleine allgemeine Hilfsmittel möglich. Allerdings wirken sie dann auch unterschiedlich gut. 

Ich wünsche allen Betroffenen einen guten Weg, die Flut der Depressionen zu verlassen. Sucht professionelle Hilfe (Arzt, Psychotherapeut, …), redet darüber, schämt Euch nicht! Seid stolz auf Eure Erfahrung und auf Euer Wissen. Denn nur Betroffene wissen, was das wirklich ist. Und man kann Depressionen los werden, man muss daran wirklich arbeiten. Jedenfalls, – ja es geht tatsächlich! 

(allerdings nicht mit diesem Rezept, das ist nur temporäre Hilfe)


Dank für Feedback: 

Herzlichen Dank an die Kolleginnen Anufa Ellhorn und Barbara Reininger für das qualitative Feedback zum Text.

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Frühstück

Bildquelle: the 5th, unsplash.com

Wie startet man am besten den Tag? Folgend ein paar Frühstücksvariationen, die seitens der TCM empfohlen werden. Ein warmes und bekömmliches Frühstück ist das Fundament des Tages. Viele Frühstücksrezepte in diesem Blog lassen sich auch gut auf Vorrat herstellen. Sie halten im Kühlschrank ca. 2 Tage und können mit etwas Öl in einer Pfanne erwärmt bzw. leicht geröstet werden. Die meisten Rezepte hier sind vegan zudem. 

Amaranth-Kokos

Stärkt das Erd- und Wasserelement. Wirkt aufbauend. Ist über das ganze Jahr sehr empfehlenswert, außer bei extremer Sommerhitze. Amaranth enthält u.a. viel Eiweiß, Eisen, Calzium, Magnesium und Kupfer (siehe auch Wikipedia).

Man gebe in einen Topf:

  • 1 Tasse Amaranth
  • 1/2 Tasse Kokosflocken
  • 3 Tassen Wasser
  • etwas Rosinen, Nüsse, …
  • Prise Salz

Das ganze ohne Deckel aufkochen lassen, dann auf kleinste Stufe mit Deckel ziehen lassen. Dauert 30-45 Minuten. Der Amaranth ist fertig, wenn er glasig wirkt und leicht cremig ist.

Am Schluss kann man geschnittenes Obst unterrühren, damit es sich auch etwas erwärmt. Mit einem Schuss Ahornsirup servieren. 

Diese Rezeptvariation habe ich erfunden: Die Kokosflocken binden den erdartigen Geschmack des Amaranths, den viele nicht mögen und wandelt das ganze in einen leichten Geschmack nach Weihnachtsbäckerei um. 

Mahlzeit! 

Porridge 

Hier: ohne Milch. Porridge sind gekochte Haferflocken. In der TCM wird gekochter Hafer für die Winterzeit empfohlen. Er wärmt von innen. Allerdings regt er auch etwas auf. Es heißt ja nicht umsonst: “Ihn/Sie sticht der Hafer.” Wenn der Hafer sticht, dann ist man etwas überdreht. Also eher nicht für Feuer-Typen geeignet. Falls man sich als zu passiv, schwer in die Gänge kommend, müde oder schwach fühlt, dann ist Hafer mal gut. Und wenn es eben draußen kalt ist.

Man gebe in den Topf:

  • 1 Tasse Haferflocken (klein oder grob geschrotet, je nach Vorliebe)
  • 2 Tassen Wasser
  • Rosinen, Nüsse, Samen
  • geschnittenes Obst
  • Prise Salz
  • eventuell etwas Zimt oder Lebkuchengewürz

Das Ganze kurz zum Kochen bringen, vom Feuer nehmen und dann noch 5 Minuten ziehen lassen. In Summe dauert es 10-15 Minuten. Die Flocken sollen gut durch sein. 

Mit Ahornsirup oder Honig (nicht vegan) servieren. 

Misosuppe

Ein salziges Frühstück. Misosuppe bringt in der TCM den Ausgleich. Einerseits nährt und stabilisiert sie sanft, andererseits hilft sie auch, vorige Essenssünden zu überwinden. Man sollte darauf achten, dass sie einem nicht zu salzig wird. In der TCM trocknet zuviel Salz innerlich aus, wenig Salz hilft allerdings, die Säfte im Körper aufzubauen. 

  • man koche Wasser und schütte es dann in eine Tasse
  • man gebe einen Teelöffel Misopaste in die Tasse

Und dann umrühren, bis das Miso im Wasser gelöst ist. Fertig ist die Suppe. 

Je nachdem wie intensiv das Miso ist, kann man mehr oder weniger davon verwenden. Ich empfehle gerne Gerstenmiso, das auch als “Mugi Miso” gut bekannt ist. Es ist im Geschmack am besten und in vielen Bio-Geschäften bereits zu finden. Andere Varianten wie etwa Kichererbsenmiso kann man natürlich gerne probieren. 

Zu der Suppe kann man zum Beispiel etwas Roggenbrot essen. Am besten aus Sauerteig hergestellt. 

Misosuppen können natürlich sehr viel komplexer sein. Aber das hier ist mal ein guter Start für ein sehr schnelles Frühstück. 

weitere Rezepte werden hier folgen …

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Shiatsu am Jahresanfang

Bildquelle: John Price, unsplash.com

Die üppigen Feiertage sind vorbei, das neue Jahr wird gestartet. Noch ist es je dunkel am Nachmittag, nachdem die Sonnenwende erst kürzlich geschah. Der Jänner wird fühlbar ruhiger als der Dezember und die Temperaturen in der Außenwelt lassen den Winter deutlich spüren, obgleich auch in den letzten Jahren gegen Ende Jänner oder Anfangs Februar wenige Tage mit hohen Temperaturen brillierten. 

Vielleicht kennt es so mancher: Das besondere Essen zu den Feiertagen lag irgendwann doch schwer im Magen. Mehr Fleisch und Süßes als sonst? Das ist okay. Zeiten des Feierns sind wichtig für das Leben. Und danach? Schwere Gliedmaßen? Müdigkeit? Vielleicht sogar verstärkte Gelenksschmerzen? Verdauungsprobleme? Natürlich, wenn die Probleme seltsam oder hartnäckig anmuten, dann ist ein Arztbesuch von Nöten. Wenn sie als relativ harmlos einem selbst bekannt sind, dann kann man mit wenigen Tricks sie wieder zum Verschwinden bringen. An dieser Stelle muss ich natürlich gleich anmerken, dass für so leichte Befindlichkeitstörungen Shiatsu total super ist. Eh klar. Aber wie dem auch so ist, nicht jede/jeder mag dies mit Shiatsu lösen, und dafür gibt es natürlich Möglichkeiten zuhause: 

  • 1-3 Mahlzeiten mit leichter Kost einlegen, wie etwa Reis mit gedünstetem Gemüse aller Art und dazu gebratener Tofu oder gedünsteter Fisch in kleinen Mengen. Die Portion soll einen gut satt machen.
  • Nach eventuell intensivem Alkoholkonsum wieder den Fokus auf Wasser setzen. Warmes Wasser ist übrigens im Winter super. 
  • Moderate Dehnungsübungen, die die Hüfte und Schultern öffnen.
  • Spaziergänge am hellen Tag im Freien durchführen.

Im Winter ist übrigens von intensiven Diäten abzuraten, es sei denn, sie wurden von einem Arzt verordnet. Intensiver Alkoholkonsum ist nie gesund, man kann sich aber selbst auch helfen und bremsen, indem man während der Alkoholaufnahme stets ausreichend viel Wasser trinkt. Moderate Dehnungen und Bewegungen (vor allem im Freien) sind das Um und Auf, um die Feiertagslasten wieder zu reduzieren. Wenn diese kleinen Maßnahmen die Beschwerden nicht lindern, ist natürlich ein Arztbesuch in Erwägung zu ziehen. 

In dieser Zeit fühlen sich viele Menschen weniger fit als sonst. Ich erfahre oft, wenn dem so ist, dann könnte da auch ein Nährstoffmangel mitspielen. Es ist ja nicht verwunderlich: Im Winter ist man seltener im sonnigen Freien, manchmal sind auch die Nahrungsmittel nicht so vielfältig und frisch wie im Sommer, manchmal braucht der Körper auch mehr Energie als sonst aufgrund der Kälte. Wenn man sich kontinuierlich nicht besonders fühlt, dann wäre ein Check auf allfällige Nährstoffmängel oder Anderes beim Arzt des Vertrauens wirklich wichtig. Und falls etwas gefunden wird, dann sollte man sich immer wieder daran erinnern, dass man hier oder dort zu Mängeln neigt. Wer auf seine Nährstoffzufuhr achtet, kann sich viel Kummer ersparen.

Bei mir, als Shiatsu Praktikerin, kann man leichte Befindlichkeitstörungen im Winter sich abarbeiten lassen. Aber ich ersetze natürlich nicht den Arztbesuch. 

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Impressum

Dipl.-Ing. Dr. techn. Kristina Pfeifer
Oberdürnbach 26
3721 Maissau

Tel.: 0664 88466768

Medieninhaber und Herausgeber:

Dipl.-Ing. Dr. techn. Kristina Pfeifer

Disclaimer – Wichtiger rechtlicher Hinweis:
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Mit Erkrankung leben

Bildquelle: Milada Vigerova, unsplash.com

Als Shiatsu Praktikerin habe ich oft die Ehre, Menschen mit chronischer oder beharrlicher Erkrankung nach Rücksprache mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin zu mehr Wohlbefinden begleiten zu dürfen. Viele Erkrankungen sind von permanenten Schmerzen oder körperlichen Einschränkungen begleitet, worunter die Betroffenen sehr leiden. Die Arbeit, die die KlientInnen in der Verbesserung ihrer Situation investieren, erfordert viel Aufmerksamkeit und Zeit. Oft fragen sich die Betroffenen, wieviel wertvolle Zeit eigentlich wegen dieser Erkrankung verloren geht. Träume und Ziele sind oft nicht mehr erreichbar. Man hat das Gefühl, dass man Zeit und Chancen verliert oder verschwendet. Oder man fühlt sich gegenüber Mitmenschen massiv benachteiligt. Erkrankung bringt nur Negatives?

Zum Glück nicht. Erkrankung gehört zu diesem Leben auf der Erde dazu. Es ist Teil unseres Lebens. In unserer modernen Welt wird sie leider nur als großes Übel wahrgenommen. Aber dem ist nicht nur so. In Erkrankung liegt die Chance auf Weisheit. Wissen um unerklärbare Dinge wie Schmerz, Beharrlichkeit, Hoffnung und Empathie eröffnet sich immer, wenn man durch eine harte Zeit geht. Die Schattenseiten unseres Lebens machen uns auch umso mehr zu erfahrenen Menschen, die authentisch Aspekte des Lebens erfuhren und daher tieferes Verständnis für schwierige Situationen entwickeln können. Und wenn wir aus diesen schwierigen Situationen einen konstruktiven Ausweg finden, dann werden wir eines Tages anderen Mitmenschen diese Chance auf Besserung authentisch und hilfreich vermitteln können. Aber auch wenn keine Verbesserung mehr in Sicht ist, kann auch diese Erfahrung ein Schlüssel für mehr Tiefgang und Verständnis im Leben für sich und die Mitmenschen sein. Dieses Potenzial liegt in jedem Menschen inne. Mit diesem Potenzial kann jeder/jede Betroffene eventuell eines Tages einem Mitmenschen enorm helfen, indem man vielleicht nur die richtigen Worte findet oder die hilfreichen Impulse setzt. Und dieses Potenzial begründet sich meist nur auf die schmerzhafte Erfahrung, die man selbst hat oder hatte, und mit der man sich intensiv auseinandersetzte. 

In diesem Sinne sage ich gerne: “In jedem Leidensweg liegt ein wertvolles Geschenk”. 

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