Freie Menstruation

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Als Shiatsupraktikerin arbeite ich mit der Wahrnehmung des Körpergefühls. Das betrifft Klient*innen und mich gleichermaßen. Körpergefühl ist jedoch nicht nur ein Thema für eine Shiatsusitzung, sondern es greift in den Alltag hinaus. Wie fühle ich mich nachher? Wie lange hält dieses Gefühl an? Wie fühle ich mich täglich überhaupt? Mindern oder ändern sich meine Befindlichkeiten? Für viele weibliche Klientinnen kommt hier noch das monatliche Thema der Menstruation während der fruchtbaren Jahre hinzu. Sie ist ein Bestandteil des Körpergefühls, das etwa 1/4 des Monats einnimmt. Menstruation ist ein natürlicher Prozess in den fruchtbaren Jahren, sie stellt ein Wirken des menschlichen Fortbestandes dar, ganz unabhängig, ob wir uns nun für Kinder entscheiden oder nicht. Und sie ist, kulturell und historisch bedingt, recht tabuisiert worden. Seit meinem 16. Lebensjahr habe ich, wie viele Frauen, die Menstruation mit Binden und Tampons über den Alltag gebogen.

Während einige Frauen mit prämenstruellen und menstruellen Schmerzen zu kämpfen haben, blieb ich zwar davon verschont, doch ist auch ohne Schmerzen die Menstruationszeit ein subtiler Stressfaktor, unentdeckt und zeitgerecht mit der Blutung umzugehen. Zudem unternahm ich stets gerne abenteuerliche Reisen in naturwilden Gebieten mit minimalem Gepäck. An den Tagen der Menstruation war zusätzliches Gepäck ja nicht zu vergessen und die Müllproduktion in der Natur trotz verantwortungsvoller Entsorgung ein komischer Zustand. Ich fragte mich immer, wie war das vor der modernen Technologie? Bluteten wir Frauen einfach so dahin? War das denn nicht gefährlich? Wie konnte sich die Natur so etwas ausdenken? Sind wir moderne Frauen von der modernen Technologie abhängig, um uns selbstbestimmt an unseren Tagen frei bewegen zu können?

Im Schulunterricht und auch in gegenwärtigen medizinischen Texten wird beschrieben, dass Menstruation unkontrolliert fließt und die Gebärmutter unvorhersehbar chaotisch krampft, um das Blut abzupumpen. Doch es könnte sein, dass das nicht ganz so stimmt. Wir haben vermutlich hier etwas Wichtiges übersehen und verlernt. Schon vor 15 Jahren kam mir dass Gerücht zu Ohren, dass Frauen in den „Naturvölkern“ ihre Menstruation kontrolliert ablassen und dazwischen sauber und unbeschwert ihrer Tätigkeit nachgehen. Bis heute fand ich dazu keine Forschungsquelle, wobei ich aber noch nicht die Universitätsbibliotheken dazu gezielt durchsuchte. Aber das Thema ließ mich nicht los. Und nun, mit dem Internet in seiner Grenzenlosigkeit, lieferte es mir gegenwärtige Information, wie ich so geschickt wie eine Frau eines sogenannten “Naturvolkes” werden könnte. Mittlerweile finden sich 1000e Frauen im Netz, die sich mit freier Menstruation beschäftigen. Es gibt zwar noch keine seriöse Statistik zu diesem Thema, doch scheint freie Mentsruation für die meisten zu funktionieren. Und bei mir tut sie das auch! Nach sechs Monaten Training kann ich postulieren, dass ich die gesamte Menstruation inklusive der starken Tage kontrolliert ohne Hilfsmittel ablassen kann. Und das in einem Alter von 42 Jahren und einer Blutungsintensität von ca. 8 ml pro Stunde am stärksten Tag. In solch intensiver Zeit kann ich etwa 6 ml Blut zurückhalten. Würde ich diese Zeit mit einer Menstruationstasse des Fassungsvermögens von 50 ml (Merula XL) lösen, die bei mir effektiv ca. 16 ml vor Überlauf schafft (bewegungsbedingt), gäbe und gibt es hier nur 2 Stunden Trockenheit. In der freien Menstruation muss ich in dieser Zeit etwa alle 45 Minuten aufs Klo. Das ist ein individueller Wert und kann bei jeder Frau ganz anders sein, doch gebe ich ihn hier bekannt, um Frauen zu motivieren, es mal selber zu testen. Der folgende Link empfiehlt sich sehr als Anleitung zum Einstieg:
https://trainyabrain-blog.com/2014/09/freie-menstruation-die-haeufigsten-fragen/

Berechnungen zur durchschnittlichen Menge von Menstruationsblut und sonstige Körperflüssigkeiten insgesamt findet sich hier: https://rubycup.com/blog/how-much-blood-during-period-scientific-research/

Und in der folgenden Passage möchte ich meine persönlichen Entdeckungen zum Training für die freie Menstruation angeben, die vielleicht helfen, bei den ersten missglückten Versuchen nicht gleich aufzugeben:

Frau spürt es – Es heißt, dass man es spürt, wann der nächste Blutschwall kommen will und dann rechtzeitig aufs Klo geht. Obwohl ich Shiatsupraktikerin bin und man so mir andichten könnte, dass ich für Körpergefühl gut geeicht wäre, so sehr ist es nicht so. Auch ich hatte gelernt, Menstruation und diverse Körperaktivitäten zu ignorieren, um gut funktionieren zu können. Umso überraschter war ich, dass ich quasi bisher „willenlos blutendes Wesen“ plötzlich doch klar spüren konnte, wann es Zeit war und wann nicht. Von Periode zu Periode wurde mein Gefühl für die Blutansammlung immer deutlicher und selbstbewusster, jedoch nicht unangenehm. Mittlerweile weiß ich schon sehr genau, wie viel Zeit mir mein Körper gibt, trocken zu sein.

Beckenbodentraining hilft – Noch wird darüber gestritten, ob man dazu ein Beckenbodentraining braucht. Es geht zwar auch ohne, aber mit Training im Vorfeld hat man einen besseren Start für das Körpergefühl und die Lage der inneren Organe optimiert sich etwas für unser Vorhaben. Außerdem, – und darüber wird auch noch gestritten, ob das funktioniert – , kann man mittels starkem Beckenboden den Blutschwall um weitere Minuten zurückhalten. Erst schaffte ich da 2 Minuten, nun sind es schon verlässliche 10 Minuten. Und ich trainiere eigentlich nicht viel extra Beckenboden mittlerweile. Es ist also keine Daueranstrengung, um hier Fortschritte zu erzielen. Anfängliches Beckenbodentraining machte ich übrigens mit Liebeskugeln, denn für Trainingseinheiten war ich schlichtweg zu faul.

Es ist nicht völlig unkontrolliert – Wir können das Ablassen über die Gebärmutter nicht direkt kontrollieren. Das stimmt. Aber deswegen sind wir noch nicht verloren. Die Gebärmutter ist unsere Freundin und sie arbeitet mit uns mit. Wenn sie lernt, dass wir frei menstruieren, fängt sie an, bei der Entspannung am Klo stärker zu krampfen, damit wir das Blut gut ablassen und lässt uns dann wieder einen guten Intervall lang in Ruhe. Das heißt, sie stellt sich auf das subtile Körpergefühl ein. Mittlerweile führe ich zwischendurch auch schwere Arbeiten durch und merke, wie mir die Gebärmutter in solch intensiven Phasen etwas Zeit verschafft. Diese Umstellung des Körpers erklärt auch, warum freie Menstruation von Periode zu Periode sich verbessern kann. Dies ist meine persönliche Erfahrung, es gibt dazu leider noch keine Studien.

Es ist gesund – Es gibt dafür noch keine medizinischen Belege, doch lässt es sich leicht erklären: Dank der freien Menstruation trainiere ich völlig natürlich nebenbei den Beckenboden, was mir hoffentlich im fortgeschrittenen Alter Vorteile verschaffen wird. Dank der freien Menstruation gibt es keine üblen Gerüche mehr, die meist ein Hinweis auf einen tendenziell unhygienischen Verlauf sind. Es gibt Frauen, die erklären, dass ihre Menstruation durch diese Freiheit schmerzfrei wurde und dass sich ihr Zyklus zu einem angenehmeren Intervall änderte. Der Zyklus änderte sich bei mir aufgrund der freien Menstruation auch: Seit der Geburt von zwei Kindern bei chaotischen 21-23 Tagen mit 7 Tage Blutung über 5 Jahre hinweg auf stabile 24 Tage mit 4-5 Tage Blutung prompt bei der Umstellung. Für mich eindeutig eine Verbesserung meines Lebensstandards. Dank der freien Menstruation muss ich keine Fremdkörper mit möglichen Keimen in meinen Körper einführen. Dank der freien Menstruation kann ich kein Tampon oder Menstruationstasse in meinem Körper „vergessen“, sodass ich mich der Gefahr einer Blutvergiftung vermehrt aussetzen würde.

Es ist stressfrei – Auch ich dachte, ich würde dann minütlich Nägel kauen. Oder dauernd angespannt herumlaufen. Natürlich trage ich auch dünne Slipeinlagen als Auffangseil und steige vermutlich bald auf Menstruationshosen um, die wunderbar dünn sind. Doch es ist weniger stressig als mit Tampon oder Tasse. Und ich mache das ohne künstliche Körperanspannung. Frau fühlt sich dazwischen weitaus besser, befreiter und was soll‘s mit dem bisschen mehr Klo-Gehen? Es passiert am Klo nicht mehr so viel. Man macht seine Hände nicht mehr so schmutzig.

Es wird immer besser – Nun habe ich erst 6 Monate trainiert, um eine „Naturvolk-Frau“ inmitten einer industriellen Gesellschaft zu werden und ich habe mit Sicherheit noch nicht den Zenit des körperlichen Könnens hier erreicht. Erst schaffte ich nur die schwachen Tage, langsam die stärkeren und erst kürzlich inklusive ständiger Arbeit den starken Tag. Mein nächstes Ziel sind Sport und intensive Arbeitstage. Es wird sicher auch ein Limit geben, das ist klar. Doch meine Menstruationstasse verwende ich kaum mehr. Die Geldausgaben sanken drastisch. Wenn ich auf Menstruationshosen umsteige, muss ich wohl bald in keine Drogerie deswegen mehr gehen.

Nun hat sich für mich gezeigt, dass ich nicht mehr die Panik bekommen muss, wenn ich mitten auf Reisen im Dschungel die Menstruation bekomme. Und diese Unabhängigkeit ist ein wahnsinnig erhebendes Gefühl. Es zeigt aber auch, unter welchem Druck frau bisher war. Freie Menstruation funktioniert nicht bei allen Frauen, doch je mehr es probieren, desto größer wird der Erfahrungsschatz, der Frauen stützen kann. Und wenn genug Frauen darüber schreiben, wird es auch irgendwann gute Studien zu dem Thema geben und vielleicht sogar eines Tages eine Änderung in den zahlreichen Aufklärungsbüchern über die Menstruation der Frau. Doch schon jetzt kann man selber austesten, ob wirklich tausende Frauen sich mit dem Thema auseinandersetzen, nämlich zum Beispiel in der umfangreichen Facebook-Gruppe des deutschsprachigen Bereiches (Stand 18.2.2019: 3900 Mitglieder): https://www.facebook.com/groups/156248591379399/

 

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Was passiert beim Shiatsu?

Mir ist gesagt worden, dass ich zu wenig über meine tägliche praktische Arbeit schreibe, da meine Homepage viel über die Shiatsu-Forschung zeigt. Daher ist dieser Beitrag meinem täglichen Tun gewidmet, das mir die größte Freude im Beruf ist. Was passiert also beim Shiatsu bei Kristina? Für jede/n Klienten/in habe ich stets eine Stunde reserviert, worin 50 Minuten die eigentliche praktische Shiatsu-Sitzung sind. Davor findet ein kurzes Gespräch statt, wo ich frage, welche Befindlichkeitsstörungen den/die Klient/in zu mir führen. Diese Befindlichkeitsstörungen werden zusammen mit meinem ganzheitlichen Zugang basierend auf dem Ansatz der Traditionellen Chinesischen Medizin während der Sitzung in den Fokus gestellt. Hierbei geht es u.a. um das Meridian- und Punktesystem, mit dem zum Beispiel auch die Akupunktur arbeitet. Natürlich handelt es sich hierin um keine ärztliche Behandlung oder einer solchen, die eine ersetzen könnte. Auch müssen Beschwerden vorher mit einem Arzt oder Ärztin abgeklärt werden.

Nach dem Gespräch fängt dann auch schon die Sitzung an, in der Verspannungen des Bewegungsapparates von mir sehr genau gelöst werden, was zu einer besseren Durchblutung führen kann und somit die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützt. Mit Hara Shiatsu wende ich eine Variante des Shiatsu an, das der berühmten Intensität von Shiatsu-Sitzungen in Japan ähnelt und dadurch auch sehr effektiv sein kann. Daher benenne ich es auch „Japanische Tiefendruckmassage“. In einer Sitzung arbeite ich am ganzen Körper, da konkrete Themen oft mit dem Gesamten im Zusammenhang sind.

Aber mit welchen Themen kann man zu mir kommen? Mit Verspannungen des Bewegungsapparates in jedem Fall. Diese können sich im Alltag sogar sehr schmerzhaft äußern. Löst man diese, kann man Folgeproblemen, die sich über Jahre hinweg langsam aufbauen können, gut vorbeugen. Hierbei bespreche ich mit jede/r Klient/in gerne im Detail, wie man diese überhaupt grundsätzlich vermeiden kann und welche Übungen oder Aufgaben zuhause gut weiterhelfen. Verspannungen lösen sich nicht immer mit einer Sitzung nachhaltig, sondern benötigen Wiederholung, Geduld und Wissen woher sie kommen. Bei manchen geht es schnell, bei anderen dauert es etwas. Manchmal sind weitere Beschwerden wie etwa Kopfschmerzen, emotionale Verstimmungen, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, ja sogar aufbrausendes Verhalten, Folgen von Verspannungen. Ist ärztlich abgeklärt, dass keine grundlegend andere Ursachen diesen Themen zugrunde liegen, begleite ich gerne darin, durch ein neues Körpergefühl aus diesen Befindlichkeitstörungen heraus zu finden. Wer meine Webseite durchforstet, wird sehen, dass sich fallweise auch Bluthochdruck aufgrund einer verbesserten Gesamtdurchblutung reduzieren kann. Ähnliches konnten wir bei Tinnitus beobachten. Doch sind diese Bereiche noch nicht ausreichend durchforscht, um dies generell so zu beschreiben.

Alle, die gerne die Sichtweise der alten Chinesen zu den spezifischen Themen wissen wollen, bekommen von mir ebenso eine sehr genaue Auskunft. Westliche Anatomie und östliche Sichtweise sind mir gut bekannt und gerne schlage ich dazu die Brücken zwischen den beiden, ohne sie zu vermengen. Die Chinesen sehen hier den Menschen gerne als Ganzes. Das betrifft Geist, Körper und Seele. Und noch viel mehr: Umraum, Zwischenmenschliches, Ernährung, Alltag, etc. …. Mit diesem gesamtheitlichen Ansatz, lassen sich Angewohnheiten, die zu den Befindlichkeitsstörungen führten, leichter entdecken, aber auch die Strategien zur Lösung dieser Ursachenkette individuell ergründen, wodurch der Weg zu einem guten Körpergefühl leichter geebnet wird. Jede/r Klient/in ist einzigartig. In jedem Thema, auch wenn es sehr belastend wirkt, steckt Stärke und ein Geschenk aus der Erfahrung des Lebens. Finden wir gemeinsam den Weg zurück zu mehr Vitalität….. und Freude!

 Fotos: Herbert Pfeifer als Klient, Veronika Pfeifer (7 Jahre) und Silvia Pfeifer (5 Jahre) als enthusiastische Fotografinnen. Kristina Pfeifer als Praktikerin.
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Pilotstudie Shiatsu & Bluthochdruck

Nun ist es soweit! Der Film zu unserer Pilotstudie zu Bluthochdruck ist veröffentlicht. Alle wichtigen Fakten und Daten zu den Ergebnissen der Pilotstudie sind in diesem Film enthalten. Wir konnten dank 19 TeilnehmerInnen demonstrieren, dass sich der Bluthochdruck über eine Reihe von 10 Shiatsu Sitzungen in Wochenabständen mit einem hoch signifikantem Resultat deutlich senken kann. Diese Pilotstudie ist die Basis für die Entwicklung weiterer Studien mit Kontrollgruppen. Die Studie wurde von der International Academy for Hara Shiatsu ins Leben gerufen und von Mag. Silvia Eberl-Kadlec geleitet.  Praktikerinnen waren: Susanna Benedikt, Nadine Fuchs, Maria Dhanoa, Sabine Dorn, Petra Kalcher, Ingrid Lienhart, Lisa Mair , Monika Sperber und ich, Kristina Pfeifer.

Herzlichen Dank an die lieben KollegInnen und an alle TeilnehmerInnen für diese 2 tollen Jahre mit der Pilotstudie!

 

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Dolmetschen am European Shiatsu Congress

Bildquelle: Mia Carol Hether 2017; Kristina mit Wilfried Rappenecker

Als Kind träumte ich davon, bilingual zu sein. Aber das ging leider nicht. Mit 4 Jahren lernte ich von einer Australierin das Wort “supper”. Damals wußte ich noch nicht, dass ich in Zukunft dieses Wort kaum verwenden werde, denn es ist vor allem in Australien in Gebrauch. Trotzdem bekomme ich gleich Hunger, wenn ich daran denke. Das zweite englische Wort lernte ich mit 6 Jahren und es war “Orange Juice”. Das dritte “National Geographic”. Dieses sehr schwere Wort übte ich sehr oft. Heute merke ich, wie es ganz anders bei mir klingt, als das restliche Englisch, das ich erst mit 13 Jahren lernte. Seither übe ich Englisch als Hobby. Mein Traum ist es, es eines Tages fast bilingual zu können. Aber noch bin ich davon weit entfernt. Laut Neurowissenschaften ist das physisch gesehen auch nicht wirklich möglich. Umso mehr reizt es mich, das auszuprobieren. Daher war ich sehr begeistert, gefragt worden zu sein, ob ich für den European Shiatsu Congress dolmetschen würde. Erst dachte ich, als ich so die dolmetschenden KollegInnen beobachtete, dass mich mein Gedächtnis total verlassen würde. Zum Glück hatte ich die große Chance, die ShiatsupraktikerInnen Bill Palmer und Teresa Hadland als Erstes von Englisch auf Deutsch zu übersetzen.

Nachdem die beiden sehr authentisch handeln, ging es überraschenderweise ganz leicht! Wenn man es mystischer verpacken wollen würde, könnte man es wie “Channeln” nennen. Locker lassen, sich mit in die Rolle einleben und dann sprechen lassen. 2,5 Stunden totale Aktion! Super! TeilnehmerInnen gratulierten mir begeistert zu der angenehmen Übersetzung. Vielleicht war es für manche nicht passend, aber das weiß ich nicht, weil sie das mir wohl nicht so schnell sagen würden. Es kamen weitere Übersetzungen und bei Wilfried Rappenecker, -ein wundervoller Experte in Shiatsu, dessen Bücher zu meinen Favoriten zählen,- konnte ich mich von Deutsch auf Englisch probieren. Wilfried Rappenecker kann selber großartiges Englisch, doch für den Kongress wollte man diesen Job von den ReferentInnen zwecks Erleichtertung ablösen. Auch hier war ich begeistert, wie ich die englische Seele in mir sprechen lassen konnte, obgleich sie natürlich doch eine etwas höhere Barriere überwinden muss und manchmal holpert. Mia Carol Hether, eine großartige Shiatsukollegin und liebe Freundin, schoss mir vom Workshop mit Wilfried gleich ein paar Fotos. Zum Glück! Denn nun gibt es sie hier zu sehen!

Bildquelle: Mia Carol Hether 2017

Das Interessante am Dolmetschen ist, dass es anscheinend im Kopf eine weitere Schranke überwindet und ein besonderes Training ist. Das ist nun keine fundierte Aussage, sondern meine Beschreibung des Gefühls das ich hatte, als ich ins “kalte Dolmetschwasser” quasi sprang. Ein weiterer Schritt für den bilingualen Traum. Wer weiß?

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Europäischer Shiatsu Kongress

Bildquelle: European Shiatsu Congress

In Wien findet ein großes Event statt, das von Shiatsu Klienten und Klientinnen natürlich kaum wahrgenommen wird, denn es ist ausschließlich ein Treffen unter Shiatsu Praktiker und Praktikerinnen auf europäischer Ebene. Doch die Folgen dieser großen Zusammenkunft von 500 erfahrenen Personen werden hoffentlich im wohltuendsten Sinne zu spüren sein, wenn dann der/die PraktikerIn des Vertrauens plötzlich neue Shiatsu-Griffe, Positionen, Linderungsmethoden und praktische Heimtipps kennt.

Ich selbst bin in einem Aspekt der Vorbereitungen zu diesem Kongress schon lange involviert, worin ich auch viel Zeit investiere. Zusammen mit etlichen KollegInnen und insbesondere mit Mag. Silvia Eberl-Kadlec und Mag. Monika Sperber arbeite ich nun seit 2 Jahren an der Pilotstudie zu Bluthochdruck und Shiatsu. In diesem Kongress werden wir die Studie präsentieren. Wir werden erklären, dass wir auf Basis der Daten von 19 TeilnehmerInnen der Studie demonstrieren können, dass Shiatsu das Potenzial hat, den Bluthochdruck signifikant zu reduzieren, wenn 8 bis 10 Shiatsu-Behandlungen im wöchentlichen Abstand erfolgen. Dies alles wurde von Ärzten während der Studie kontrolliert und beurteilt. Und die Resultate wurden statistisch professionell verarbeitet.

In Kürze wird hier und an der International Academy for Hara Shiatsu der dazugehörige Film veröffentlicht. Die Studie selbst wird wenige Monate später in Deutsch und Englisch komplett erhältlich sein.

Bildquelle: Ben White, unsplash.com

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Ordnung und Chaos


Bildquelle: Toa Heftiba, unsplash.com

Und, wie sieht es bei Ihnen zuhause aus? Ordentlich? Gut! Sie ersparen sich viel unnötige Arbeit! Unordentlich? Gut! Sie nehmen nicht alles so genau! Zwei Seiten, zwei Vorteile. Alles hat sein Gutes und sein Schl…. . Nein, schlecht ist es nicht. Es ist nur eine andere Seite. Eine andere Seite der Geschichte. In diesem Text widme ich mich all jenen, die zuhause Chaos haben und denen es entweder egal ist oder sie bereits auch schon etwas darunter leiden. Und wie ist das Leben sonst noch? Turbulent? Spannend? Vielseitig? Sicherlich!

Das Chaos zuhause spiegelt oft das wider, was im Kopf so herumstürmt. Je mehr Chaos, desto mehr Sturm. Das können tolle Gedanken sein, beunruhigende Gedanken oder schlicht ein Durcheinander. Eines ist klar: Ruhig im Kopf ist es nicht. Und Ruhe, das wäre schon mal fein.

Wenn es im Kopf stürmt, dann empfiehlt die TCM gerne, eine lange Bergtour zu machen. Aber Berge stehen halt nicht überall gleich zur Verfügung. Natürlich hat die TCM auch andere Tipps: Man kann meditieren, Atemübungen machen, Yoga, Tai Chi…..ahja auch Shiatsu…..ist ja klar! Und man kann, erschreckenderweise, schlicht und einfach: Aufräumen.

Wie schrecklich! Aufräumen! Das ist langweilige Arbeit und es dauert. Dabei hat man ja so viel anderes zu tun! Terry Pratchett hat in einer Buchreihe die Hexe Tiffany Aching ins Leben gerufen. Das Buch ist Fiktion, aber irgendwie hat der Autor kleine alte Weisheiten des Lebens in die Geschichte eingeflochten. So beginnt plötzlich die Hexe Tiffany Aching mitten in der schärfsten Krise, die sie sonst mit Scheibenwelt-Medizin und Strategie bewältigt, zum Putzen an. Sie putzt und nutzt dies als Meditation. Sie konzentriert sich nur auf das was sie tut. Je eintöniger, desto besser. Sie ist im Hier und Jetzt. Je mehr sie ordnet, desto mehr ordnet sich ihr Kopf. Je mehr sie wegputzt, desto leichter wird es in ihrem Geist. Und das macht sie ruhig, Schritt für Schritt, ohne einem Ziel entgegen zu eilen. Es geht um den Weg. Als sie dann wirklich fertig ist, und das ist Stunden später, hat sie die gesamte Situation im Überblick und weiß, was zu tun ist. Zaubern muss sie dann nicht mehr. Sie hat so viel Durchblick, dass es auch ohne Zauber geht.

Die lustige Geschichte von Terry Pratchett ist erfunden, aber sie funktioniert tatsächlich. Ich probierte es selber aus. Natürlich, eine Shiatsu Praktikerin ist immer perfekt und hat ein ordentliches Haus. Was denken Sie? Naja, darum ist ja auch meine Praxis nicht zuhause. Denn das könnte zu Schockeffekten bei den KlientInnen führen. Mittlerweile bin ich schon weitaus besser im Ordnung halten, aber früher war ich schon stolz, wenn der Boden frei war.  Und da kam eine Feng Shui Beraterin zu mir und sprach: Wie sieht dein Abstellraum aus? Mein Abstellraum? Ich werfe alles hinein und mache zu. Wenn die Tür zu geht, bin ich stolz auf mich. Sie: Das habe ich mir gedacht! Und Du sagst, Du bist oft sehr verwirrt und hast viel im Kopf? Ich: Ja! Sie: Dann räume die Abstellkammer auf und berichte mir. Ich: Das dauert zu lange, ich muss noch…. Sie: Das macht nichts, das wirst Du alles viel schneller schaffen als früher. Mache es einfach!

Sie hatte recht. Die Medizin wirkte sofort.

Seither räume ich zusammen. Nicht, weil ich aufräumen “muss”. Ich mache das bewusst als geistige Übung. Und lasse es auf mich wirken.

Der Sturm wird ruhig …

 

 

Übrigens: Man muss nicht gleich ALLES putzen. Es reicht, wenn man sich auf einen kleinen Bereich konzentriert. Und am nächsten Tag auf einen weiteren. Und einen weiteren ….

 

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Depressionsschübe selbst lindern

Bildquelle: Jaclyn Clark, unsplash.com

Depressionsschübe? Vorsicht. Wenn sie öfters auftauchen, sollte man den Arzt seines Vertrauens aufsuchen. Auch in weiterer Folge einen Psychotherapeuten, damit das wieder besser wird. Denn Depressionen sollten nicht zu lange die Regel sein und je früher man dem Problem begegnet, desto besser lässt es sich behandeln. Falls man nun schon bei Arzt und Psychotherapeut ist und dann doch zuhause diese dunklen Depressionsschübe wieder stattfinden, könnte es für manche Betroffene mittels der TCM und einfacher Shiatsumethoden die Möglichkeit geben, sich selbst zu helfen. Das folgende “Rezept” dazu wird wohl nicht für alle klappen, aber ich hatte damit schon gute Erfahrungen und wenn es mal losgeht, ist es einen Versuch wert. Denn wenn es klappt, dann klappt es sehr schnell. 

Also, gewisse Depressionsschübe spüren sich wie ein dunkles Fieber an, das aber nicht heiß wird. Es kommt über einen und durchfährt Glieder und Beine. Es kann ein brennendes Gefühl hinzukommen, muss aber nicht. Die Traurigkeit, die da entsteht, ist bei weitem mehr als Traurigkeit. Es ist unbeschreiblich, unlogisch, grundlos und nicht kontrollierbar. 

Aus der Sicht der TCM und nach meiner Erfahrung lässt sich folgendes beschreiben: Von den Meridianen her hat Depression keinen konkreten lokalen Anfang. Es ist vielmehr ein plötzlicher Stillstand des Flusses der Säfte im Körper. (Natürlich kein kompletter Stillstand, denn man lebt ja noch.) Wenn alles plötzlich still steht, an wen wird das wohl liegen? Kandidat A: der Lebermeridian. Die Leber speichert das Blut. Sie entscheidet, wieviel Blut sie aufnimmt und wieviel sie im Moment weitergibt. Sie reguliert die Flussintensität des Blutes quasi. So sieht das die TCM. Bitte dies nicht mit der Allgemeinmedizin vergleichen, denn diese Beschreibung ist figürlich gemeint. Aber an dem Lebermeridian alleine liegt es nicht. Wer ist der Dirigent in diesem Gebinde? Das Herz! Kandidat B also: der Herzmeridian. Das Herz gibt den Takt für den Blutfluss vor. Es ist der oberste Entscheidungsträger in diesem Gefüge. Bei der Depression entschließt sich dieser Kaiser plötzlich, sich zurückzuziehen. Er will irgendwie nicht. Auch das ist nur figürlich gemeint, denn das echte Herz arbeitet natürlich brav und fleißig weiter. Alles ist eigentlich ok. Es soll nur diese Depression weggehen. 

Also Schritt 1 für Kandidat A: 

Bringe Deine Leber wieder in Fluss! 

Bildquelle: Kristina Pfeifer, 2017

Weil Depressionsschübe meist in Abwesenheit eines Shiatsupraktikers stattfinden (so ein Käse), muss man die Leber selbst in den Fluss bekommen. Wie im Foto dargestellt, setzt man sich so hin, dass eine Innenseite des Oberschenkels vor einem liegt. Man fängt mit dem linken Bein an, denn dieses ist meist das weichere. Nun setzt man den Ellbogen an der Innenseite des Oberschenkels an und lässt sich mit seinem Körpergewicht zwischen die Vielzahl an Muskelpartien in diesem Bereich sinken. Das kann wehtun, denn dabei werden verklebte Faszien voneinander gelöst. Man beginnt in der Leistengegend und arbeitet sich schrittweise zum Knie vor. Bitte nicht aktiv drücken mit Gewalt, sondern nur das Gewicht von Arm und Gegendruckarm (siehe meine Haltung im Bild) wirken lassen. Das gleiche macht man mit dem rechten Bein. 

Somit arbeitet man den Lebermeridian im Oberschenkel ab. Im Laufe des Tuns und kurz danach merkt man gleich, dass der Kopf klarer wird. Du kannst also gleich bei Dir beobachten, ob es funktioniert. 

Je schwerer die Depressionen sind, desto eher benötigt man für den Lebermeridian vielleicht noch einen Durchgang, also eine Wiederholung. Versuche dabei, die Muskel am inneren Oberschenkel mit Gefühl und ohne Gewalt voneinander zu befreien. 

Nun geht es einem schon eine Spur besser, aber das alleine kann die Depression noch nicht komplett abwehren. Als nächsten Schritt wollen wir sicherstellen, dass die Verbesserung nachhaltig wirkt und dass der Kaiser, das Herz, seine eigene Stimmung besser kontrollieren kann, also Schritt 2 für Kandidat B: 

Das Herz wird wieder geschmeidig und souverän!

Bildquelle: Drew Hays, unsplash.com, modifiziert

Hierfür werden die Akupressurpunkte Herz 7, Herz 8 und Herz 9 aktiviert. Am besten, man wendet bei allen drei Punkten Moxibustion an. Mit rauchfreien Moxastangen kann man das gut zuhause machen. Aber wenn man diese nicht zur Hand hat, dann hilft Massage dieser Punkte ebenso. Nach der Massage kann man auch versuchen, diese Bereiche gut zu wärmen. In der Abbildung sind die 3 Punkte angeführt. Herz 7 liegt genau im Bereich eines Sehnenansatzes. Diesen Bereich gut drücken, sodass sie Sehne wieder biegsamer wirkt. Herz 8 liegt im Innenbereich des Handflächenknochens beim kleinen Finger. Hier muss man recht pressen, bis man einen leichten Schmerz spürt, der auch simuliert. Und schließlich die Spitze des kleinen Fingers seitlich mit gutem Druck zusammenpressen, denn da stimuliert man Herz 9. Für jeden Punkt kann man sich ca. 2 Minuten Zeit nehmen. 

Manche Betroffene spürten schon längst einen eigenen Schmerz in den Zonen nahe von Herz 7 und Herz 8. Es kann passieren, dass die verantwortlichen Meridiane tatsächlich von alleine schmerzen und meist so auf eine Inbalance schon hinweisen. Genau das sind dann auch relevante Behandlungszonen. 

Herz 7 und Herz 8 sind in der TCM konkret Depressionen zugeordnet. Macht man zum Beispiel Herz 7 wieder geschmeidig und warm, so kann das Herz wieder besser auf Situationen reagieren und sich figürlich öffnen oder auch schließen. 

Wie ist es danach?

Bildquelle: Chris Brignola, unsplash.com

Hat es funktioniert? Oder nicht? Wie fühlte es sich nachher an? Bitte poste Deine Eindrücke hier. Bisher erfuhr ich, dass nachher Klarheit entsteht und die Depression einer gesunden und sehr leichten Traurigkeit weicht, welche dann aber auch allmählich verfliegt. Bei schweren Schüben wurde danach Müdigkeit berichtet, die in einen heilsamen Schlaf überging. Der Druck der Depression verschwand zudem. Bei ganz schweren Schüben musste das Ganze wiederholt werden und das half dann nur bedingt für 10 Minuten, danach wurde man aber streitbarer und selbstbewusster. Hier verschwand wenigstens die Hilflosigkeit. 

Dies hier ist nur ein einfaches Rezept anonymer Form. Die TCM sieht gerne den Menschen als Ganzes. Es gibt dabei keine allgemeine Rezepte. Daher, für jeden muss das Behandlungsmuster individuell aufgestellt werden. Trotzdem sind kleine allgemeine Hilfsmittel möglich. Allerdings wirken sie dann auch unterschiedlich gut. 

Ich wünsche allen Betroffenen einen guten Weg, die Flut der Depressionen zu verlassen. Sucht professionelle Hilfe (Arzt, Psychotherapeut, …), redet darüber, schämt Euch nicht! Seid stolz auf Eure Erfahrung und auf Euer Wissen. Denn nur Betroffene wissen, was das wirklich ist. Und man kann Depressionen los werden, man muss daran wirklich arbeiten. Jedenfalls, – ja es geht tatsächlich! 

(allerdings nicht mit diesem Rezept, das ist nur temporäre Hilfe)


Dank für Feedback: 

Herzlichen Dank an die Kolleginnen Anufa Ellhorn und Barbara Reininger für das qualitative Feedback zum Text.

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Frühstück

Bildquelle: the 5th, unsplash.com

Wie startet man am besten den Tag? Folgend ein paar Frühstücksvariationen, die seitens der TCM empfohlen werden. Ein warmes und bekömmliches Frühstück ist das Fundament des Tages. Viele Frühstücksrezepte in diesem Blog lassen sich auch gut auf Vorrat herstellen. Sie halten im Kühlschrank ca. 2 Tage und können mit etwas Öl in einer Pfanne erwärmt bzw. leicht geröstet werden. Die meisten Rezepte hier sind vegan zudem. 

Amaranth-Kokos

Stärkt das Erd- und Wasserelement. Wirkt aufbauend. Ist über das ganze Jahr sehr empfehlenswert, außer bei extremer Sommerhitze. Amaranth enthält u.a. viel Eiweiß, Eisen, Calzium, Magnesium und Kupfer (siehe auch Wikipedia).

Man gebe in einen Topf:

  • 1 Tasse Amaranth
  • 1/2 Tasse Kokosflocken
  • 3 Tassen Wasser
  • etwas Rosinen, Nüsse, …
  • Prise Salz

Das ganze ohne Deckel aufkochen lassen, dann auf kleinste Stufe mit Deckel ziehen lassen. Dauert 30-45 Minuten. Der Amaranth ist fertig, wenn er glasig wirkt und leicht cremig ist.

Am Schluss kann man geschnittenes Obst unterrühren, damit es sich auch etwas erwärmt. Mit einem Schuss Ahornsirup servieren. 

Diese Rezeptvariation habe ich erfunden: Die Kokosflocken binden den erdartigen Geschmack des Amaranths, den viele nicht mögen und wandelt das ganze in einen leichten Geschmack nach Weihnachtsbäckerei um. 

Mahlzeit! 

Porridge 

Hier: ohne Milch. Porridge sind gekochte Haferflocken. In der TCM wird gekochter Hafer für die Winterzeit empfohlen. Er wärmt von innen. Allerdings regt er auch etwas auf. Es heißt ja nicht umsonst: “Ihn/Sie sticht der Hafer.” Wenn der Hafer sticht, dann ist man etwas überdreht. Also eher nicht für Feuer-Typen geeignet. Falls man sich als zu passiv, schwer in die Gänge kommend, müde oder schwach fühlt, dann ist Hafer mal gut. Und wenn es eben draußen kalt ist.

Man gebe in den Topf:

  • 1 Tasse Haferflocken (klein oder grob geschrotet, je nach Vorliebe)
  • 2 Tassen Wasser
  • Rosinen, Nüsse, Samen
  • geschnittenes Obst
  • Prise Salz
  • eventuell etwas Zimt oder Lebkuchengewürz

Das Ganze kurz zum Kochen bringen, vom Feuer nehmen und dann noch 5 Minuten ziehen lassen. In Summe dauert es 10-15 Minuten. Die Flocken sollen gut durch sein. 

Mit Ahornsirup oder Honig (nicht vegan) servieren. 

Misosuppe

Ein salziges Frühstück. Misosuppe bringt in der TCM den Ausgleich. Einerseits nährt und stabilisiert sie sanft, andererseits hilft sie auch, vorige Essenssünden zu überwinden. Man sollte darauf achten, dass sie einem nicht zu salzig wird. In der TCM trocknet zuviel Salz innerlich aus, wenig Salz hilft allerdings, die Säfte im Körper aufzubauen. 

  • man koche Wasser und schütte es dann in eine Tasse
  • man gebe einen Teelöffel Misopaste in die Tasse

Und dann umrühren, bis das Miso im Wasser gelöst ist. Fertig ist die Suppe. 

Je nachdem wie intensiv das Miso ist, kann man mehr oder weniger davon verwenden. Ich empfehle gerne Gerstenmiso, das auch als “Mugi Miso” gut bekannt ist. Es ist im Geschmack am besten und in vielen Bio-Geschäften bereits zu finden. Andere Varianten wie etwa Kichererbsenmiso kann man natürlich gerne probieren. 

Zu der Suppe kann man zum Beispiel etwas Roggenbrot essen. Am besten aus Sauerteig hergestellt. 

Misosuppen können natürlich sehr viel komplexer sein. Aber das hier ist mal ein guter Start für ein sehr schnelles Frühstück. 

weitere Rezepte werden hier folgen …

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Shiatsu am Jahresanfang

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Die üppigen Feiertage sind vorbei, das neue Jahr wird gestartet. Noch ist es je dunkel am Nachmittag, nachdem die Sonnenwende erst kürzlich geschah. Der Jänner wird fühlbar ruhiger als der Dezember und die Temperaturen in der Außenwelt lassen den Winter deutlich spüren, obgleich auch in den letzten Jahren gegen Ende Jänner oder Anfangs Februar wenige Tage mit hohen Temperaturen brillierten. 

Vielleicht kennt es so mancher: Das besondere Essen zu den Feiertagen lag irgendwann doch schwer im Magen. Mehr Fleisch und Süßes als sonst? Das ist okay. Zeiten des Feierns sind wichtig für das Leben. Und danach? Schwere Gliedmaßen? Müdigkeit? Vielleicht sogar verstärkte Gelenksschmerzen? Verdauungsprobleme? Natürlich, wenn die Probleme seltsam oder hartnäckig anmuten, dann ist ein Arztbesuch von Nöten. Wenn sie als relativ harmlos einem selbst bekannt sind, dann kann man mit wenigen Tricks sie wieder zum Verschwinden bringen. An dieser Stelle muss ich natürlich gleich anmerken, dass für so leichte Befindlichkeitstörungen Shiatsu total super ist. Eh klar. Aber wie dem auch so ist, nicht jede/jeder mag dies mit Shiatsu lösen, und dafür gibt es natürlich Möglichkeiten zuhause: 

  • 1-3 Mahlzeiten mit leichter Kost einlegen, wie etwa Reis mit gedünstetem Gemüse aller Art und dazu gebratener Tofu oder gedünsteter Fisch in kleinen Mengen. Die Portion soll einen gut satt machen.
  • Nach eventuell intensivem Alkoholkonsum wieder den Fokus auf Wasser setzen. Warmes Wasser ist übrigens im Winter super. 
  • Moderate Dehnungsübungen, die die Hüfte und Schultern öffnen.
  • Spaziergänge am hellen Tag im Freien durchführen.

Im Winter ist übrigens von intensiven Diäten abzuraten, es sei denn, sie wurden von einem Arzt verordnet. Intensiver Alkoholkonsum ist nie gesund, man kann sich aber selbst auch helfen und bremsen, indem man während der Alkoholaufnahme stets ausreichend viel Wasser trinkt. Moderate Dehnungen und Bewegungen (vor allem im Freien) sind das Um und Auf, um die Feiertagslasten wieder zu reduzieren. Wenn diese kleinen Maßnahmen die Beschwerden nicht lindern, ist natürlich ein Arztbesuch in Erwägung zu ziehen. 

In dieser Zeit fühlen sich viele Menschen weniger fit als sonst. Ich erfahre oft, wenn dem so ist, dann könnte da auch ein Nährstoffmangel mitspielen. Es ist ja nicht verwunderlich: Im Winter ist man seltener im sonnigen Freien, manchmal sind auch die Nahrungsmittel nicht so vielfältig und frisch wie im Sommer, manchmal braucht der Körper auch mehr Energie als sonst aufgrund der Kälte. Wenn man sich kontinuierlich nicht besonders fühlt, dann wäre ein Check auf allfällige Nährstoffmängel oder Anderes beim Arzt des Vertrauens wirklich wichtig. Und falls etwas gefunden wird, dann sollte man sich immer wieder daran erinnern, dass man hier oder dort zu Mängeln neigt. Wer auf seine Nährstoffzufuhr achtet, kann sich viel Kummer ersparen.

Bei mir, als Shiatsu Praktikerin, kann man leichte Befindlichkeitstörungen im Winter sich abarbeiten lassen. Aber ich ersetze natürlich nicht den Arztbesuch. 

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